Seit seiner Gründung im November 2025 sind viele Kirchglieder und einige Gemeinden dem Verein „Aufbruch SELK e. V.“ beigetreten, weil sie die Ziele des Vereins unterstützen und sich gemeinsam für eine SELK mit Zukunft einsetzen wollen. Gleichzeitig wurde von konservativer Seite intensiv davor gewarnt, dem Verein beizutreten. Dabei wurden Spekulationen zu den Zielen des Vereins geäußert , die mit der Wahrheit nichts zu tun haben. Im folgenden Beitrag haben wir viele Themen und Fragen rund um den Verein aufgegriffen, um unsachlichen Mutmaßungen entgegenzuwirken. Wir freuen uns immer über weitere Fragen und Anregungen – schreibt uns gern an info@aufbruch-selk.de.
Grundsatzfragen zum Verein
1. Weshalb braucht unsere Kirche diesen Verein?
Viele engagierte Kirchglieder und Gemeinden erleben, dass ihre Perspektiven und Anliegen in den bestehenden Strukturen und Entscheidungsprozessen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) oft nicht ausreichend Gehör finden. Gerade bei wichtigen Zukunftsfragen – etwa zur Entwicklung von Gemeinden, zum Umgang mit Nachwuchsmangel oder zur Frauenordination – bleibt für viele der Eindruck, dass Entscheidungen nur begrenzt die Breite der Kirche widerspiegeln.
„Aufbruch SELK e. V.“ ist aus dem Wunsch entstanden, diese Stimmen stärker sichtbar zu machen und ihnen Gewicht zu verleihen. Der Verein schafft eine Plattform, auf der sich Laien, Pfarrpersonen und Gemeinden vernetzen, austauschen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft ihrer Kirche übernehmen können.
Dabei verstehen wir uns nicht als Gegenüber zur Kirche, sondern als Teil von ihr:
Wir setzen uns dafür ein, dass das „Priestertum aller Gläubigen“ konkret gelebt wird – indem nicht nur Hauptamtliche, sondern auch Gemeindeglieder aktiv an theologischen Fragen und kirchlichen Entwicklungen mitwirken – so wie es der Tradition der ev.-lutherischen Freikirche entspricht.
So wird der Verein dort gebraucht, wo Menschen ihre Kirche nicht nur mittragen, sondern aktiv mitgestalten wollen – und wo ihre Stimmen stärker gehört werden sollen.
2. Will der Verein eine neue Kirche oder eine Alternative zur SELK sein?
Nein. „Aufbruch SELK e. V.“ versteht sich nicht als neue Kirche und auch nicht als Konkurrenz zur SELK. Der Verein ist aus der Mitte der Kirche heraus entstanden und möchte zu ihrer Erneuerung beitragen.
Unser Ziel ist es, die SELK als lebendige, offene und zukunftsfähige Kirche zu stärken. Wir setzen uns dafür ein, dass zentrale Fragen konstruktiv bearbeitet werden und dass Gemeinden gute Perspektiven für ihre Zukunft haben.
Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass es in der Kirche Entwicklungen und Konflikte gibt, die viele Menschen verunsichern. Deshalb unterstützen wir Gemeinden und Einzelpersonen dabei, tragfähige Wege zu finden – innerhalb der bestehenden Strukturen, aber auch im Blick auf mögliche Veränderungen.
Dabei gilt: Wir arbeiten auf die Zukunft der SELK hin – nicht an ihr vorbei.
3. Arbeitet der Verein nicht auf die Spaltung der SELK hin?
Nein. „Aufbruch SELK e. V.“ tritt nicht mit dem Ziel an, die SELK zu spalten. Im Gegenteil: Uns verbindet der Wunsch, dass unsere Kirche eine gute und tragfähige Zukunft hat.
Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass es in zentralen Fragen – etwa bei der Frauenordination oder bei der Ausrichtung der Kirche – seit Jahren unterschiedliche Überzeugungen gibt. Diese Spannungen sind bereits da. Wir möchten dazu beitragen, dass sie offen, ehrlich und konstruktiv bearbeitet werden, anstatt sie zu verdrängen.
Unser Anliegen ist es, Räume für Gespräch, Verständigung und gemeinsame Entwicklung zu schaffen. Wir stärken Gemeinden und vernetzen Menschen, damit sie ihren Glauben leben und Verantwortung für die Kirche übernehmen können.
Zugleich sagen wir offen: Wenn notwendige Klärungen dauerhaft ausbleiben, können sich Veränderungen ergeben. Unser Ziel ist es, solche Prozesse verantwortungsvoll zu begleiten – nicht sie voranzutreiben.
Kurz gesagt: Wir arbeiten nicht auf Spaltung hin, sondern auf Klärung, Beteiligung und eine tragfähige Zukunft der Kirche.
4. Warum kann nicht einfach alles bleiben, wie es ist?
Viele Menschen wünschen sich Stabilität und Verlässlichkeit in ihrer Kirche – und das ist gut und verständlich. Gleichzeitig erleben wir, dass sich die Rahmenbedingungen verändern: Gemeinden werden kleiner, Nachwuchs fehlt, finanzielle Spielräume werden enger und wichtige Fragen bleiben ungeklärt.
Ein „Weiter so“ würde deshalb nicht bedeuten, dass alles stabil bleibt – sondern eher, dass Probleme sich verschärfen und Chancen ungenutzt bleiben. Als Kirche stehen wir immer in der Spannung zwischen Bewahren und Erneuern. Unser Glaube gründet in der unveränderlichen Zusage Gottes – und gerade deshalb sind wir frei, unsere Formen und Strukturen immer wieder zu prüfen und weiterzuentwickeln. Genau das ist der Ursprung und der Auftrag einer lutherischen Kirche.
„Aufbruch SELK e. V.“ setzt sich dafür ein, diesen Veränderungsprozess bewusst und verantwortungsvoll zu gestalten: damit Gemeinden auch in Zukunft lebendig bleiben, Menschen Zugang zum Glauben finden und die Kirche ihren Auftrag in unserer Zeit erfüllen kann.
Kurz gesagt: Nicht alles muss anders werden – aber manches muss sich verändern, damit das Wesentliche bleiben kann.
Rolle von Beteiligung und Verantwortung
5. Können nicht einfach die Hauptamtlichen und die Kirchenleitung an der Zukunft der Kirche arbeiten?
Unsere Pfarrpersonen leisten bereits heute enorm viel – und oft mehr, als eigentlich möglich ist. Neben ihrem vollen Dienst in Seelsorge, Predigt und Gemeindeleitung tragen viele von ihnen zusätzlich umfangreiche Verantwortung in kirchlichen Gremien und Verwaltungsstrukturen. In manchen Situationen geschieht das sogar weitgehend allein. Die Folge: Viele sind stark belastet und haben schlicht zu wenig Zeit für all das, was eigentlich nötig wäre.
Zugleich gilt: Unsere Pfarrpersonen sind theologisch und menschlich sehr qualifiziert – aber auch sie können und müssen nicht alles leisten. Die Zukunft unserer Kirche kann nicht auf den Schultern weniger liegen.
Unsere Kirchenleitung ist anscheinend mit dem notwendigen Tagesgeschäft schon stark belastet.
Gerade deshalb braucht es eine breite Beteiligung: Wenn Kirche sich weiterentwickeln soll, sind die Erfahrungen, Kompetenzen und das Engagement von Gemeinden und ihren Laien unverzichtbar – und zwar nicht punktuell, sondern systematisch und in großer Breite.
Das entspricht auch unserem evangelisch-lutherischen Verständnis vom „Priestertum aller Gläubigen“: Verantwortung für die Kirche ist keine Aufgabe einer einzelnen Gruppe, sondern eine gemeinsame Berufung.
„Aufbruch SELK e. V.“ möchte genau hier ansetzen: Wir fördern die Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, stärken die Beteiligung von Gemeinden und helfen dabei, Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen.
Kurz gesagt: Die Hauptamtlichen sind unverzichtbar – aber die Zukunft der Kirche gelingt nur gemeinsam und mit Unterstützung der Basis. Genau deshalb braucht es uns alle, und darum gibt es den Verein „Aufbruch SELK“.
Arbeitsweise und konkretes Handeln
6. Was macht der Verein denn eigentlich konkret?
„Aufbruch SELK e. V.“ ist nicht nur eine Idee oder ein Diskussionsforum – wir arbeiten ganz praktisch daran, Veränderungsprozesse in der Kirche zu unterstützen und zu gestalten.
Dazu gehören unter anderem:
1. Veranstaltungen und Austauschformate
Wir organisieren Treffen, bei denen Information, Austausch und Vernetzung möglich sind – z. B. Infotage (wie in Kassel) oder Formate des „Offenen Austauschs“, bei denen unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch kommen.
2. Arbeit an konkreten Anträgen und Themen
Wir initiieren und begleiten Anträge in kirchlichen Prozessen und arbeiten in Gruppen an inhaltlichen Fragen weiter – etwa zur Zukunft der Kirche oder zu konkreten Regelungen (z. B. im Zusammenhang mit dem AKK-Vorbehalt). Dazu gehören auch eigene Informationsveranstaltungen, um Hintergründe verständlich zu machen.
3. Arbeitsgruppen und Netzwerke
In verschiedenen Arbeitsgruppen engagieren sich Mitglieder zu Themen wie:
Antragsarbeit und kirchliche Prozesse
Vernetzung von Gemeinden und Initiativen
Medien und Öffentlichkeitsarbeit
Seelsorge und Begleitung
So entsteht ein wachsendes Netzwerk von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
4. Information und Öffentlichkeit
Mit der Plattform „Mitten aus der SELK“ stellen wir Informationen, Einordnungen und Materialien bereit, um Entwicklungen transparent zu machen und durch eine offene Diskussionsmöglichkeit zur Meinungsbildung beizutragen.
5. Konkrete Unterstützung im Einzelfall
Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die direkte Unterstützung von Menschen und Gemeinden:
Wir beraten, begleiten und vernetzen – besonders auch in schwierigen Situationen oder Konflikten. Viele erleben es als große Entlastung, nicht allein zu sein, sondern auf ein Netzwerk zurückgreifen zu können.
Kurz gesagt:
Wir verbinden Menschen, bringen Themen voran und unterstützen konkret – damit Kirche nicht nur diskutiert wird, sondern sich auch weiterentwickelt.
7. Warum kommen Synodalanträge von Aufbruch SELK?
Die Kirchensynode ist das höchste Gremium der SELK, der Ort, an dem Entscheidungen getroffen werden. Wenn wir also die Zukunft unserer Kirche gestalten wollen, dann müssen wir über Anträge an die Kirchensynode handeln. Dabei kann der Verein selbst keine Anträge stellen (antragsberechtigt sind u.a. Gemeinden und Gruppen von Kirchgliedern), aber Vorschläge und Texte erarbeiten können wir durchaus. Denn dies ist keine kleine Arbeit und verlangt auch eine gewisse Erfahrung in der Gremienarbeit – eine Erfahrung, die viele unserer Vereinsmitglieder über viele Jahre des ehrenamtlichen Engagementsin unserer Kirche gesammelt haben. Und schließlich gilt angesichts dringender Probleme wie Pfarrermangel, Geldmangel und fehlender Konzepte für die Zukunft: Es ist Zeit zu handeln. Wer schweigt, handelt auch – durch Nichtstun und Geschehenlassen.
Kurz gesagt: Nicht zu handeln wäre ebenfalls eine Entscheidung – mit Folgen.
8. Wird durch die Aktivitäten von Aufbruch SELK die Arbeit der Einheits- und der Trennungskommissionen gestört?
Nein, die Kommissionen benötigen Zuarbeit aus verschiedenen Bereichen der Kirche, und das ist eines unserer Anliegen. Wir unterstützen ausdrücklich die Arbeit beider Kommissionen. Von der Einheitskommission wünschen wir uns, dass sie bis zur Synodalsitzung 2027 konkrete und sinnvolle Konzepte vorlegt, die möglichst die SELK in ihrer Einheit bewahren, auf jeden Fall aber allen Haltungen in unserer Kirche gerecht werden.
Kurz gesagt: Wir verstehen uns als unterstützende Kraft im Prozess.
Verhältnis zu kirchlichen Strukturen und Ordnung
9. Greift der Verein nicht den Beschlüssen der Synode vor?
Die Synode hat mit der Einsetzung der Kommissionen einen wichtigen Schritt getan. Zugleich bedeutet das nicht, dass in der Zwischenzeit alle anderen Stimmen schweigen sollten. Kirche lebt davon, dass sich Gemeinden, Laien und auch Pfarrpersonen aktiv einbringen, Erfahrungen teilen und an Lösungen mitarbeiten. Genau das geschieht im Verein – auch als Zuarbeit und Unterstützung für laufende Prozesse.
Der Verein ist bewusst unabhängig organisiert, weil er keine Einrichtung mit hauptamtlichen Strukturen ist, sondern eine ehrenamtliche Initiative aus der Mitte der Kirche. Gleichzeitig steht er klar auf dem Boden der Heiligen Schrift und der lutherischen Bekenntnisse und versteht sich als Teil der SELK.
Kurz gesagt: Der Verein arbeitet nicht gegen kirchliche Strukturen, sondern bringt sich konstruktiv in sie ein.
10. Entzieht sich der Verein bewusst der kirchlichen Ordnung – und wie stellt er sicher, dass er im Sinne der Kirche handelt?
Nein. „Aufbruch SELK e. V.“ ist nicht entstanden, um sich der kirchlichen Ordnung zu entziehen, sondern weil viele erleben, dass bestehende Gremien und Prozesse wichtige Anliegen nicht ausreichend aufnehmen oder voranbringen. Der Verein versteht sich daher als Ergänzung – nicht als Ersatz – kirchlicher Strukturen.
Dabei ist uns wichtig: Wir stehen nicht außerhalb der Kirche, sondern sind Teil von ihr. Unsere Mitglieder sind Kirchglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Gemeinden der SELK. Kirche ist mehr als ihre Leitungsorgane – sie lebt von allen, die zu ihr gehören und Verantwortung übernehmen. Deshalb stehen wir im Austausch auf vielen Ebenen: mit Mitgliedern der Kirchenleitung, mit Superintendenten, Pfarrpersonen, Gemeinden und einzelnen Kirchgliedern. Ein offizielles Gespräch mit der Kirchenleitung ist bereits in die Wege geleitet.
Inhaltlich fühlen wir uns klar gebunden an die Heilige Schrift und die lutherischen Bekenntnisse. Zugleich bringen wir Erfahrungen, Fragen und Anliegen aus der Breite der Kirche ein, die sonst oft zu wenig Gehör finden.
Kurz gesagt: Wir handeln nicht außerhalb der Kirche, sondern als Teil von ihr – im Gespräch, in Verantwortung und mit dem Ziel, ihre Zukunft mitzugestalten.
11. Ist der Verein Aufbruch SELK kirchlich legitimiert?
Nein. Das muss er auch nicht, da er rein ehrenamtlich organisiert ist. Und es müsste ihn auch gar nicht geben, wenn die SELK die klar geäußerten Anliegen vieler Gemeinden ernsthaft aufnehmen würde.
Kurz gesagt: Der Verein setzt sich dort ein, wo Anliegen sonst kein ausreichendes Gehör finden.
12. Ist Aufbruch SELK der SELK zugeordnet (im Sinne der „Zuordnungsvorschrift“ der SELK)?„Aufbruch SELK e. V.“ ist bewusst nicht im Sinne der Zuordnungsvorschrift der Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche zugeordnet, weil sein Charakter und Auftrag sich grundlegend von den dort beschriebenen Einrichtungen unterscheiden.
Die Zuordnungsvorschrift zielt auf Institutionen mit klar definiertem kirchlichen Auftrag, struktureller Einbindung und Aufsicht durch kirchliche Leitungsorgane. Sie setzt eine dauerhafte institutionelle Verbindung voraus, etwa durch Mitwirkung der Kirchenleitung bei Satzungsfragen oder der Besetzung von Leitungsorganen.
„Aufbruch SELK“ ist jedoch keine Einrichtung der SELK im klassischen Sinne, sondern eine ehrenamtliche Initiative von Kirchgliedern, Gemeinden und Pfarrpersonen. Der Verein lebt gerade davon, dass er unabhängig, beweglich und ergänzend zu bestehenden Strukturen arbeiten kann. Eine formale Zuordnung würde diese Rolle einschränken, da sie stärkere institutionelle Bindungen und Einflussmöglichkeiten der Kirchenleitung voraussetzt.
Zugleich ist der Verein keine äußere Größe, sondern Ausdruck innerkirchlichen Engagements: Seine Mitglieder sind selbst Teil der Kirche. Gerade in Situationen, in denen bestehende Gremien nicht alle Anliegen ausreichend aufnehmen, braucht es Räume, in denen sich Verantwortung breiter entfalten kann.
Deshalb ist die fehlende Zuordnung kein Mangel, sondern konsequent: Sie ermöglicht es dem Verein, aus der Mitte der Kirche heraus, aber mit der nötigen Eigenständigkeit, an ihrer Zukunft mitzuwirken.
Kurz gesagt: Wir sind unabhängig organisiert, aber in der SELK verwurzelt – unsere Mitglieder (ob Einzelpersonen oder Gemeinden) sind allesamt Teil der SELK und damit Teil der Kirche.
Mitgliedschaft und Unterstützung
13. Warum sollte meine Gemeinde oder ich Mitglied des Vereins werden?
Eine Mitgliedschaft bei „Aufbruch SELK e. V.“ bedeutet, Teil eines Netzwerks zu sein, das sich gegenseitig stärkt, ermutigt und unterstützt. Viele Gemeinden und Einzelpersonen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – sei es bei inhaltlichen Fragen, in Veränderungsprozessen oder auch in persönlichen und gemeindlichen Konflikten.
Immer wieder erreichen uns Rückmeldungen von Menschen – darunter auch Pfarrpersonen sowie engagierte Gemeindeglieder –, die sich in schwierigen Situationen allein gelassen oder unter Druck fühlen. In solchen Momenten kann es entscheidend sein, nicht isoliert zu bleiben.
Der Verein bietet hier konkrete Unterstützung:
- durch Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen machen
- durch Beratung und Begleitung in Konflikt- und Veränderungssituationen
- durch Vernetzung mit Menschen, die fachlich, geistlich oder organisatorisch helfen können
Darüber hinaus ermöglicht die Mitgliedschaft, die Zukunft der Kirche aktiv mitzugestalten. Mitglieder können sich einbringen, Themen setzen und gemeinsam daran arbeiten, dass die SELK eine lebendige und offene Kirche bleibt.
Kurz gesagt: Eine Mitgliedschaft bedeutet nicht nur, ein Anliegen zu unterstützen – sondern auch, im entscheidenden Moment selbst Unterstützung zu erfahren und Teil einer tragenden Gemeinschaft zu sein.
14. Gehen die Mitgliedsbeiträge von Aufbruch SELK zu Lasten der Zahlungen an Gemeinde und Gesamtkirche?
Selbstverständlich zielt der Verein „Aufbruch SELK“ nicht darauf ab, dass Kirchglieder ihre Kirchbeiträge reduzieren oder einstellen, der Vereinsbeitrag wurde bewusst gering gehalten. Die Kirchbeiträge sollen wie bisher gezahlt werden, da es dem Verein ein großes Anliegen ist, die Einheit der SELK und die Allgemeine Kirchenkasse zu erhalten. Dass ein Vereinsbeitrag erhoben wird, ist bei Vereinen üblich und dient zur Deckung unserer Kosten für, v.a. für Veranstaltungen und Kommunikation.
Theologische und inhaltliche Fragen
15. Wie können der Fortbestand unserer Gemeinden ermöglicht und ihr Glaubensleben bereichert werden, wenn wegen der angestrebten Änderungen (Frauenordination) treue Gemeindeglieder und Gemeinden diese Änderungen für unbiblisch halten?
Leider wird der Vorwurf, Frauenordination sei „unbiblisch“ auch aktuell immer wieder erhoben, obwohl man im Atlas Frauenordination nachlesen kann, dass beide Positionen auf biblischem Grund stehen. Es geht darum, auch die andere Position zu tolerieren und ihr auch in der Praxis Raum zu geben.
Im Übrigen hängt die Kirche unseres Herrn Jesus Christus nicht an Strukturen der SELK, sondern ist die Gemeinschaft aller Gläubigen quer durch alle Konfessionen. Dennoch ist dem Verein Aufbruch SELK das ev.-luth. Bekenntnis zentral wichtig.
Kurz gesagt: Unterschiedliche Überzeugungen können auf gemeinsamer biblischer Grundlage bestehen.
16. Wie hängen Offenheit, Vielfalt und die Ordination von Frauen mit der Liebe Gottes zu allen Menschen zusammen?
Bisher wurden und werden in Kirchen – auch in der SELK – Menschen aufgrund ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Identität diskriminiert und das mit Begründungen aus der Bibel ohne diese historisch einzuordnen und die oft menschenverachtende Wirkungsgeschichte zu beachten (vgl. der oft biblisch begründete Antisemitismus mit seinen Folgen).
Da uns aber Jesus Christus gezeigt hat, dass über allem die Liebe steht (z. B. das Doppelgebot der Liebe: Matth. 22, 37–40), müssen Verfehlungen der Kirche eingestanden und neue Wege gefunden werden. DAS entspricht dem Willen unseres Herrn, Liebe zu üben.
Kurz gesagt: Gottes Liebe gilt allen – und daran muss sich Kirche messen lassen.
17. Wo gibt es in der SELK biblizistische oder fundamentalistische Engführungen?
Wenn von einer Verbalinspiration der Heiligen Schrift ausgegangen wird und abgelehnt wird, wissenschaftliche Methoden der Schriftauslegung zum angemessenen Verständnis der biblischen Texte zu nutzen, wie es im Hermeneutikpapier der SELK aufgezeigt wird.
Interessant ist dabei, dass diese Art der Auslegung nur für bestimmte Themen (z. B. Geschlecht, Sexualität) angewandt wird. Bei Themen wie „Macht“ und „Finanzen“ wird nicht derselbe Maßstab angelegt. Sonst dürften z. B. Pastoren kein Gehalt beziehen (z. B. Mk. 6, 8–9 oder Paulus, der sein Geld als Zeltmacher verdiente).
Kurz gesagt: Problematisch wird es, wenn Auslegung einseitig und inkonsequent erfolgt.
Kritische Rückfragen zur kirchlichen Entscheidungsstruktur
18. Wenn die Beschlüsse von APK und Kirchensynode aber keine Veränderungen beschließen, ist es doch klar, dass die Mehrheit diese nicht wünscht. Weshalb dann dieser Verein Aufbruch SELK?
Die Mehrheiten sind vor allem dadurch entstanden, dass bisher eine kleine Mehrheit der Pfarrer keine Änderungen wünscht. Das sind nicht einmal 0,2 % der Glieder der SELK. Durch – auch rechtlich – fragwürdige Beschlüsse des APK, dass auch der APK 2/3-Mehrheiten für Änderungen benötigen würde (nach Grundordnung ist dies nur bei Fragen zur Kirchengemeinschaft mit anderen Kirchen erforderlich), werden Änderungen verhindert.
Zudem wird beobachtet, dass …
– die SELK-news nicht alle Informationen weitergibt,
– die LuKi sehr einseitig informiert und nicht alle kritischen Leserbriefe oder gar Beiträge zulässt,
– Pfarrer (und teilweise Kirchenvorstände) ihren Gemeinden Informationen nicht zukommen lassen,
– von einem Pfarrkonvent eine nicht genehme, aber hoch engagierte Person zur Wahl für ein Amt nicht nominiert wurde usw.,
– von der Kirche keine Möglichkeiten zur freien Diskussion angeboten werden.
Die einzige kirchenweite und öffentliche Diskussionsmöglichkeit in der SELK ist https://mitten-aus-der-selk.de.
Die Voten der Gemeinden haben klar gezeigt, dass die Mehrheit der Gemeinden die Ordination von Frauen wünscht. Auch das wurde bei den Beschlüssen 2025 nicht beachtet. Kurz gesagt: Entscheidungen bilden nicht immer die Breite der Kirche ab.
19. Müssten die Mitglieder des Vereins Aufbruch SELK nicht die SELK verlassen?
Tatsächlich fordern das sogar Mitglieder der Kirchenleitung anstatt den Beschluss des APK 2025 vorbildlich zu leben: „Der Allgemeine Pfarrkonvent sichert denjenigen, die für die Ordination von Frauen eintreten, geschwisterliches Miteinander, Respekt für ihre Position und Hörbereitschaft für ihre Anliegen zu.“
So steht z.B. im Gemeindebrief der SELK in Magdeburg (2026 – 1) – und dieses Beispiel ist kein Einzelfall (!): „Dann muss man sich unter Umständen nach einer Gruppe umsehen, deren Weg ich überzeugt mitgehen kann.“
Sollen tatsächlich 61 bis 63 Gemeinden, die pro Frauenordination votiert haben, aus der SELK austreten?
Kurz gesagt: Viele wollen gerade bleiben – und Verantwortung übernehmen.
Thomas Hartung, Elke Hildebrandt, Michael Sommer
06.04.2026

